Gebrauchter Sonntag im Westen

Das erste Spiel der Saison in fremder Halle schenkt die TSG Benrath mit einer 24:18 Niederlage an den Tabellenvorletzten Jahn/West kläglich ab.

Mag es an der Anwurfzeit Sonntag 14:30 Uhr liegen oder dem ein oder anderen Sündenbock auf dem Spielfeld, den man zur Erklärung seiner eigenen unterirdischen Leistung heranzieht. Es war das schwächste Spiel der laufenden Saison und das Ergebnis ernüchternder Trainingsbeteiligung und mangelndem Zusammenhalt und Kampfgeist im Team an diesem Spieltag.

Und natürlich sollte jeder den Fehler nicht beim anderen suchen, sondern zu allererst bei sich selbst. Zum Spiel gibt es diesmal wenig Erfreuliches zu berichten. Gestaltet sich das Spiel bis zur Pause noch recht ausgeglichen, geht Jahn/West in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit durch einen Freiwurf über den unsortierten Benrather Abwehrblock mit 11:10 in Führung. Die lautstarke Forderung von Trainer Hampel in der Halbzeitansprache, sich nun endlich vor allem im Abschluss zu konzentrieren und das wahre Gesicht auf dem Platz zu zeigen, verpufft sehr schnell. Erschreckende Quoten im Torabschluss durch zahlreiche Fehlwürfe sowohl aus dem Rückraum, als auch aus den sonst so sicheren 7-Meter und Konter Würfen sorgen dafür, dass der Gegner auf 19:14 wegzieht.

Benrath spielt ohne direkten Zug zu Gegenspieler und Tor, Spielzüge werden nicht zu Ende gespielt und der Abschluss geschieht nur noch durch hektische Einzelaktionen. Anstelle sich in einer geschlossenen Einheit, in der jeder für seinen Mitspieler kämpft, zu zeigen, offenbarten sich den Zuschauern sechs Akteure, die sich entweder vor ihrer Verantwortung versteckten oder gegenseitig versuchten die Fehler zuzuschieben. Gegenüber versagt auch die bisher so gelobte Defensive der TSG. Galt sonst die Devise des Trainers „Die neun Meter-Linie gehört uns“, so lud die Abwehr diesmal den Gegner zu zahlreichen Würfen über den Kreis und Außen ein und störte auch die Halben in ihrem Spiel nur wenig effektiv.

Ebenso blieb ab Durchgang zwei das sonst so lautstarke Reden in der Abwehr aus. Bis zum Schluss konnte Jahn/West so relativ ungefährdet den für sie am Ende verdienten 24:18 Sieg einfahren. Entscheidend wird sein, was die Mannschaft aus dieser ersten Saisonniederlage lernt. Coach Hampel forderte unmittelbar nach Abpfiff das Spiel schnell abzuhaken und durch Trainingsbeteiligung unter der Woche klar und deutlich zu machen, dass dies ein Ausrutscher war und so nicht wieder vorkommen wird.

Auch das mannschaftliche Gefüge steht nun auf dem Prüfstein. Jeder wird sich fragen müssen, was er persönlich erreichen will und was er selbst bereit ist für sein Team zu geben und auf dem Feld an Verantwortung zu übernehmen. Worte müssen in Taten – um genau zu sein – in Tore umgesetzt werden. Die Torschützen – Liste dieses Spieles belegt das Gesagte.

Torschützen: Mikosz, Prommer (5), Kiekbusch (3), Sevecke (3), Dick (3), Dominik Czech (2), Sorge (1), Erdmann (1), Eckert, Pachal, Schluesener.

Es fehlten: Patrick Czech (Krankheit), Stephan Peters (Verletzung).

Spielverlauf: 1:3, 3:3, 5:7, 8:7, 11:10, Halbzeit, 16:12, 21:15, 24:18.


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